
K.O.Parkinson
Einmal in der Woche, mittwochs um elf Uhr, trifft sich in Hamburg eine außergewöhnliche Boxgruppe. Sie besteht aus elf Frauen, die jüngste ist 46, Cohrs mit 82 Jahren die älteste. Sie boxen nicht gegeneinander, sondern üben die Schläge nur. Betreut werden sie ehrenamtlich von einer früheren Profiboxerin. Was die Teilnehmerinnen eint, ist ihre Erkrankung: Morbus Parkinson.
»So«, befiehlt Dilar Kisikyol, »alle auf die blaue Linie.« Kisikyol, 34, war dreimal Weltmeisterin der Frauenboxvereinigung WIBF im Leichtgewicht, bevor sie vor zwei Jahren ihre Karriere beendete.
Studien zeigen: Auch Patienten mit anderen Gehirnerkrankungen können von Sport profitieren.
Idee & Fotos : Fabian Zapatka
Redaktion & Text : Martin Schlak
Produziert : Juli 2026 Hamburg
Publiziert : Der Spiegel (print & online) 2026











Ein paar Kilometer westlich von Hamburg öffnet Maren Carls, 47, die Tür zu ihrem Holzhaus. Es ist kaum größer als eine Garage, sie nennt es mal ihr »Tiny House« und mal »meine Butze«. Carls boxt mittwochnachmittags mit Kisikyol, dieser Kurs wird vom Hamburger Sportverein bezahlt.
Carls ist eine Frau, die gern lacht, auch über sich selbst. Die Diagnose habe sie darüber nachdenken lassen, was ihr wirklich wichtig sei, sagt sie. Innerhalb von zwei Jahren trennte sie sich von einem großen Haus, einem teuren Wohnmobil und ihrem Mann. Ihre Lebensmodelle hätten nicht mehr zueinandergepasst, sagt sie.
Die Hamburgerinnen mit Morbus Parkinson wissen, dass Boxen ihre Krankheit nicht heilen wird und auch nicht aufhalten kann. Aber sie hoffen, dass ihr Training das Fortschreiten zumindest verlangsamt. Maren Carls sagt, das Schlimmste daran sei die Unberechenbarkeit: »Mein Leben ist gerade schön. Aber ich weiß nicht, wie lange noch«, sagt sie. »Freiheit zu verlieren, das macht mir Angst.«





K.O.Parkinson
Einmal in der Woche, mittwochs um elf Uhr, trifft sich in Hamburg eine außergewöhnliche Boxgruppe. Sie besteht aus elf Frauen, die jüngste ist 46, Cohrs mit 82 Jahren die älteste. Sie boxen nicht gegeneinander, sondern üben die Schläge nur. Betreut werden sie ehrenamtlich von einer früheren Profiboxerin. Was die Teilnehmerinnen eint, ist ihre Erkrankung: Morbus Parkinson.
»So«, befiehlt Dilar Kisikyol, »alle auf die blaue Linie.« Kisikyol, 34, war dreimal Weltmeisterin der Frauenboxvereinigung WIBF im Leichtgewicht, bevor sie vor zwei Jahren ihre Karriere beendete.
Studien zeigen: Auch Patienten mit anderen Gehirnerkrankungen können von Sport profitieren.
Idee & Fotos : Fabian Zapatka
Redaktion & Text : Martin Schlak
Produziert : Juli 2026 Hamburg
Publiziert : Der Spiegel (print & online) 2026











Ein paar Kilometer westlich von Hamburg öffnet Maren Carls, 47, die Tür zu ihrem Holzhaus. Es ist kaum größer als eine Garage, sie nennt es mal ihr »Tiny House« und mal »meine Butze«. Carls boxt mittwochnachmittags mit Kisikyol, dieser Kurs wird vom Hamburger Sportverein bezahlt.
Carls ist eine Frau, die gern lacht, auch über sich selbst. Die Diagnose habe sie darüber nachdenken lassen, was ihr wirklich wichtig sei, sagt sie. Innerhalb von zwei Jahren trennte sie sich von einem großen Haus, einem teuren Wohnmobil und ihrem Mann. Ihre Lebensmodelle hätten nicht mehr zueinandergepasst, sagt sie.
Die Hamburgerinnen mit Morbus Parkinson wissen, dass Boxen ihre Krankheit nicht heilen wird und auch nicht aufhalten kann. Aber sie hoffen, dass ihr Training das Fortschreiten zumindest verlangsamt. Maren Carls sagt, das Schlimmste daran sei die Unberechenbarkeit: »Mein Leben ist gerade schön. Aber ich weiß nicht, wie lange noch«, sagt sie. »Freiheit zu verlieren, das macht mir Angst.«


